Noweda Spiegel 04 / 2016 - page 18

18 REISEN UND ERLEBEN · JULI/AUGUST 2016
Lebensart in der Landeshauptstadt
Natur, alte Baukunst, romantische Wasserläufe und
Lebensart: Wo, wenn nicht in der Landeshauptstadt,
kommt all das zusammen? Das anmutige Schweriner
Schloss, auf einer Insel gelegen, liegt nur wenige Geh-
minuten von den mittelalterlichen Straßen des Zentrums
entfernt, wo viele kleine Cafés Lebenskunst versprechen.
Zahlreiche Parks und Gärten aus verschiedenen Jahrhun-
derten bieten immer wieder die Gelegenheit, zwischen
Stadtbummeln und Museumsbesuchen im
Grünen zu verweilen und zu entspannen. Eine Sehens-
würdigkeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte, ist
neben dem Schloss auch das Staatliche Museum. Hier sind
viele Werke weltberühmter niederländischer Meister
aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu sehen, darunter
Rubens, Rembrandt und Jan Brueghel d. Ä., sowie in
der Sammlung aus dem 18. bis frühen 20. Jahrhundert
Gemälde von Max Liebermann und Caspar David
Friedrich.
Soll es nach so viel Kultur zum Ausklang der Reise
noch einmal eine Outdoor-Aktivität sein, dann ist nicht
zuletzt auch das Fahrrad ein absolut taugliches Verkehrs-
mittel, um im Schatten uralter Alleen von A nach B zu
gelangen – und dabei den Duft der blühenden Land-
schaft und das milde Reizklima auf sich wirken zu lassen.
Wandern und einkehren in der Oberpfalz
Wer weniger die Weite flacher Ländereien sucht,
sondern lieber von Bergen umgeben ist, steuert natur-
gemäß eher den Süden der Republik an. Aber müssen es
immer gleich die Alpen sein? Viel weniger überlaufen als
die klassischen Urlaubsgebiete Bayerns ist die Oberpfalz.
Landschaftliche Schönheiten wie unter anderem der
Bayerische Wald, das Oberpfälzer Seenland, das Vilstal
und das Stiftland laden ein zum Wandern und Radfahren.
Außerdem gibt es hier rund 600 Burgen und Schlösser zu
entdecken.
Auch vom Stigma, das „Armenhaus Bayerns“ zu sein, hat
sich die Region längst erholt. „Früher waren wir das tote
Ende einer Sackgasse, jetzt sind wir wieder das Herz des
europäischen Kontinents“, erklärte der Regensburger
IHK-Geschäftsführer Josef Beimler im Interview mit der
Wirtschaftswoche. Entgegen anderslautenden Befürchtun-
gen bedeutete die EU-Osterweiterung keineswegs weitere
Einbußen für den Teil Bayerns, der an der tschechischen
Grenze liegt, sondern brachte der hiesigen Wirtschaft
neuen Aufschwung. Dennoch ist man bodenständig ge-
blieben, und das Preisniveau der Tourismusbranche liegt
niedriger als in allen anderen Regionen des Freistaates.
Lebendiges Mittelalter in Regensburg und
Amberg
Die größte Stadt der Oberpfalz ist zugleich eine der
ältesten in Deutschland. Der Regensburger Donaubo-
gen ist bereits seit der Steinzeit besiedelt. Im frühen
Mittelalter galt Regensburg als eines der wichtigsten
Handelszentren. Von hier aus machten sich Kaufleute auf
den Weg nach Kiew, Paris und Venedig. Die zahlreichen
romanischen und gotischen Bauten künden bis heute vom
Glanz jener Tage. Patrizierhäuser aus allen Epochen des
Mittelalters stehen in den engen Gassen der Altstadt,
und auch „Geschlechtertürme“ sind hier zu sehen, wie
man sie sonst eher aus Italien kennt, beispielsweise aus
San Gimignano.
oben: Regensburg an der Donau
links: Schweriner Schloss
Bayerischer Wald
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