Noweda Spiegel 04 / 2016 - page 19

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JULI/AUGUST 2016 · REISEN UND ERLEBEN
Als ein echtes Bauwunder seiner Zeit gilt seit jeher die
Steinerne Brücke, die auf einer Länge von 336 Metern
zwei Arme der Donau überquert. Bedenkt man, wann
sie errichtet wurde, nämlich zwischen 1135 und 1146,
dann wird deutlich, warum die Menschen dieses archi-
tektonische Meisterwerk als spektakulär empfanden. Ein
Brückenbau dieser Größe war damals alles andere als eine
Selbstverständlichkeit. Sie führt hinüber nach Stadtam-
hof, das zusammen mit der Regensburger Altstadt zum
UNESCO Weltkulturerbe zählt.
Weniger ruhmreich ist allerdings, dass im Stadtteil Stadt-
amhof auch das Colosseum liegt, das in der NS-Zeit ein
Außenlager des KZs Flossenbürg gewesen ist – und noch
etwas bizarrer wird das Gefühl manches Betrachters,
wenn er feststellt, dass in dem Gebäude heute eine
Pizzeria untergebracht ist.
Eine weitere Stadt, die zu den besterhaltenen mittelalter-
lichen Stadtanlagen Europas zählt, ist Amberg, umgeben
von einer nahezu intakten Stadtmauer mit fünf Toren,
wovon eines über die Vils führt. Der Brückenbau gibt ein
markantes Bild ab, da die Stadtmauer hier auf zwei Rund-
bögen ruht, die durch einen Pfeiler getrennt werden. Die
Spiegelung der zwei Halbrunde in der Wasseroberfläche
der Vils ergibt das Bild einer Brille – daher wird dieses
Wahrzeichen Ambergs auch die „Stadtbrille“ genannt.
Eines der traditionellen Events hier ist das Bergfest, das
dieses Jahr am 25. Juni begann und bis zum 3. Juli dauert.
Neben mehreren Gottesdiensten in der Wallfahrtskirche
Maria Hilf auf dem Mariahilfberg, die 1711 von dankbaren
Christen gestiftet wurde, nachdem eine Pestepidemie zu
Ende gegangen war, gibt es dann rund um den barocken
Bau auch zehn Bierzelte. Hier kann man also einmal im
klassischen Sinne pilgern und einmal ganz weltlich, um
sich frühzeitig auf das Oktoberfest einstimmen zu können.
Steinerne Brücke
Stadtmauer in Amberg
Vilstal
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