Noweda Spiegel 04 / 2016 - page 28

28 WISSEN UND HANDELN · JULI/AUGUST 2016
In Münster arbeitet die NOWEDA jetzt gezielt mit zwei Schulen zusammen, um junge Talente zu
finden und einem späteren Fachkräftemangel vorzubeugen.
Junge Menschen wünschen sich eine berufliche Perspek-
tive, die Wirtschaft wünscht sich qualifizierten Nachwuchs.
Eine Initiative, die beide Anliegen konstruktiv verbindet,
ist das Projekt „Partnerschaft Schule – Betrieb“ der
Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen.
Auch die NOWEDA Münster wurde in diesem Projekt nun
aktiv und unterzeichnete Kooperationsverträge mit der
Münsteraner Realschule im Kreuzviertel sowie dem
Gymnasium Marienschule.
Für die Schulen, die zum Teil bereits mit anderen Indus-
triepartnern positive Erfahrungen sammeln konnten, ist
das eine tolle Chance. Der Einblick in die Arbeitswelt zeigt
den Jugendlichen neue Möglichkeiten auf. Viele von
ihnen setzen nach dem Realschulabschluss zunächst die
Schulkarriere fort, und das ganz einfach deswegen, weil
es an Informationen über die Karrierechancen im dualen
Ausbildungssystem mangelt. Im Rahmen von Betriebs-
besichtigungen und Praktika erfahren sie vor Ort, welche
Ausbildungsberufe es gibt. Zusätzlich besuchen NOWEDA-
Mitarbeiter den Unterricht, um aus ihrem Arbeitsalltag
zu berichten und betriebswirtschaftliches Grundwissen zu
vermitteln. Nicht nur den Schülern, sondern auch Lehrern
und Eltern werden Berufe und Bewerbungsverfahren
innerhalb der NOWEDA vorgestellt.
Aber auch in anderer Hinsicht bietet das Projekt eine
Chance für beide Seiten, denn die direkte Begegnung sagt
mitunter viel mehr aus als die Schulnoten: ein Gewinn für
das Unternehmen, wenn vielversprechende Nachwuchs-
kräfte gefunden werden. Zugleich profitieren Jugendliche,
die auf diese Weise eine Perspektive finden, die ihnen
aufgrund der Praxisnähe vielleicht mehr liegt als das
Lernen auf der Schulbank.
„Der Schlüssel zum Erfolg ist das persönliche Kennen-
lernen: Die Schüler erkennen ihre Interessen und das
Unternehmen findet Talente, die es zu fördern lohnt,
auch wenn das Zeugnis auf den ersten Blick etwas anderes
sagt“, erklärt IHK-Projektmitarbeiterin Inna Gabler. Das
ist auch für die Betriebe nur wünschenswert, wie Nieder-
lassungsleiter Oliver Wackernagel bestätigt: „Um unser
Unternehmen nachhaltig weiterzuentwickeln, müssen
wir schon heute offensiv auf die jungen Leute zugehen
und immer wieder begabte und motivierte Jugendliche
entdecken, ausbilden und fördern.“ Nur so könne ein
Betrieb wettbewerbsfähig bleiben, sagt Wackernagel.
Neue Chancen
für Betriebe und Nachwuchskräfte
Fotograf: Maik Grundmann
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