Mittwoch, 11. April 2018 10:43 Uhr

Matthias Hauer MdB zu Gast bei NOWEDA

V. l.: Dr. Michael P. Kuck, Matthias Hauer, Dr. Matthias Lempka

Am 10. April besuchte Matthias Hauer, Mitglied des Deutschen Bundestages und Kreisvorsitzender der CDU Essen, die NOWEDA Apothekergenossenschaft in Essen. Mit dem Vorsitzenden des Vorstands, Dr. Michael P. Kuck, und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Apotheker Dr. Matthias Lempka, tauschte er sich im Rahmen eines zweistündigen Gesprächs über aktuelle Themen der Gesundheitspolitik und speziell des Apothekenmarktes aus.

Dabei betonten Dr. Kuck und Dr. Lempka, wie wichtig es sei, nun zügig die Koalitionsvereinbarung zum Rx-Versandverbot umzusetzen. „Sollte es nicht bald zu einem Versandverbot kommen, ist eine deutliche Zunahme von Apothekenschließungen zu erwarten. Das wird insbesondere die Versorgung im ländlichen Raum in Mitleidenschaft ziehen“, so Dr. Kuck. „Bereits heute befindet sich die Zahl der Apotheken auf dem tiefsten Stand seit 1988. Noch haben wir keine Versorgungslücken, aber wer die wohnortnahe Arzneimittelversorgung ernst nimmt, muss jetzt handeln“, legte Dr. Lempka dar.
Matthias Hauer, der sich schon früh nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom Oktober 2016 für ein Rx-Versandverbot ausgesprochen hatte, stellte die Bedeutung der Vor-Ort-Apotheke für die Versorgung der Bevölkerung heraus: „Die Leistungen der Apotheken wie die Akutversorgung nach dem Arztbesuch, aber auch der Nachtdienst und die Sicherstellung der Versorgung an Sonn- und Feiertagen können durch den Versandhandel aus dem Ausland nicht ersetzt werden. Es gibt daher keinen Grund, das Geschäftsmodell der ausländischen Versender zu Lasten der Vor-Ort-Apotheken zu schützen.“

Weitere Themen waren die zunehmende Kontingentierung exportgefährdeter Arzneimittel durch die pharmazeutische Industrie und die damit verbundenen Versorgungsschwierigkeiten in den Vor-Ort-Apotheken sowie das Gutachten zur Apothekenhonorierung, das in der letzten Legislaturperiode im Auftrag des damals SPD-geführten Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde. In diesem Zusammenhang machte Dr. Kuck deutlich, dass eine Umsetzung des Gutachtens einen rentablen Betrieb für zahlreiche Apotheken unmöglich machen würde. „Die Autoren des Gutachtens haben ganz offensichtlich nicht verstanden, welchen Wert eine flächendeckende, wohnortnahe und um-fassende Versorgung für die Bevölkerung hat“, so Dr. Kuck. „Nur so lässt sich eine gutachterliche Empfehlung erklären, die für viele Apotheken das wirtschaftliche Aus bedeuten würde.“