Mittwoch, 02. Oktober 2019 14:52 Uhr

Neue Kampagne zu Lieferengpässen: Medikamente fehlen. Apotheken schließen.

Seit einigen Monaten spitzt sich die Situation mit nicht-lieferbaren Arzneimitteln in Deutschland drastisch zu. Das ist ein großes Ärgernis für Großhandel, Apotheken und vor allem für die Patienten. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Von Anfang Juni bis Ende August 2019 waren deutschlandweit 2 216 verschreibungspflichtige Arzneimittel durchgehend nicht lieferbar.

Um die Versorgung der Patienten in Deutschland dennoch sicherzustellen, kämpfen jeden Tag 19 268 Vor-Ort-Apotheken um die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten. Jedoch wird diese Problematik durch das zunehmende Apothekensterben weiter verschärft: Neuesten Rechnungen zufolge schließt inzwischen bereits alle 31 Stunden eine Vor-Ort-Apotheke.

Auf diese beiden substanziellen Probleme macht die NOWEDA ab dem 5. Oktober im Rahmen einer neuen Informationskampagne im Nachrichtenmagazin FOCUS aufmerksam. Darüber hinaus wird die Kampagne im auflagenstarken Apothekenkundenmagazin My Life erscheinen. „Die Gründe für die Engpässe sind im Wesentlichen auf Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen zurückzuführen. Krankenkassen schreiben jedes Jahr Wirkstoffe aus – die günstigsten Anbieter erhalten den Zuschlag. Um die entsprechenden Preise bieten zu können, werden Produktionen in Billiglohnländer verlagert. Unternehmen, die den Zuschlag nicht bekommen, steigen meist aus der Produktion aus. Mögliche Engpässe können dann nicht mehr kompensiert werden. Zusätzlich wird Deutschland immer mehr zum Exportland, weil viele Arzneimittel inzwischen hierzulande billiger sind als im Ausland. Die Konsequenzen bekommen wir gerade zu spüren. Das ist sehr unbefriedigend für alle Beteiligten“, so Dr. Michael P. Kuck, Vorstandsvorsitzender der NOWEDA.

Hinzu kommt: Waren es 2018 im Durchschnitt noch 38 Stunden bis zur nächsten Apotheken-Schließung, schließt mittlerweile alle 31 Stunden eine Apotheke vor Ort für immer ihre Türen. In Deutschland gibt es derzeit 19 268 Apotheken. Das ist der niedrigste Stand seit 30 Jahren. Weitere Informationen unter www.apotheken-helfen.de.