Dienstag, 06. Februar 2018 10:15 Uhr

NOWEDA erwirkt einstweilige Verfügungen gegen DocMorris

Auf Antrag der NOWEDA Apothekergenossenschaft hat das zuständige Landgericht Düsseldorf zwei einstweilige Verfügungen gegen DocMorris beschlossen. Aus Sicht der NOWEDA informiert der niederländische Arzneimittelversandhandelskonzern Verbraucher nicht ausreichend über lange Lieferzeiten bei Rezepturen sowie die eingeschränkten Möglichkeiten bei der Rezepturanfertigung.

NOWEDA kritisiert, dass DocMorris im Rahmen seiner Werbemaßnahmen die Erstellung von Rezepturen anbietet, jedoch nicht darauf hinweist, dass einige, in Deutschland zulässige Rezepturen aufgrund rechtlicher Gegebenheiten in den Niederlanden von DocMorris gar nicht hergestellt werden können. Dazu zählen z. B. Iodhaltige Mundspüllösungen oder Zubereitungen mit Ammoniumbituminosulfonat. Darüber hinaus fordert NOWEDA im zweiten Antrag einen Hinweis für Verbraucher, dass Rezepturarzneimittel von DocMorris in der Regel nicht innerhalb von zwei Werktagen geliefert werden können.

„Unter anderem bei der Anfertigung von Rezepturen fällt der Versandhandel durch – im Vergleich zu Vor-Ort-Apotheken – lange Lieferzeiten oder Ablehnung von Rezepten negativ auf“, erläutert Dr. Michael P. Kuck, Vorstandsvorsitzender der NOWEDA, die Beweggründe für die rechtlichen Schritte. „Das sind nicht unerhebliche Details, über die Verbraucher schon im Vorfeld informiert werden müssen, da viele von ihnen ihr verordnetes Medikament kurzfristig benötigen.“

Es handelt sich bei der einstweiligen Verfügung um eine vorläufige gerichtliche Entscheidung. Sollte DocMorris nach Zustellung Rechtsmittel einlegen, wird der Rechtsstreit in einem noch folgenden Hauptsacheverfahren entschieden werden.