Montag, 25. November 2019 12:45 Uhr

NOWEDA Generalversammlung: Apothekereigene Genossenschaft wächst über Markt

Auf der 81. Generalversammlung am 23. November 2019 in Essen präsentierten Aufsichtsrat und Vorstand der NOWEDA Apothekergenossenschaft eine positive Bilanz: Im Geschäftsjahr 2018/2019 (Stichtag 30. Juni 2019) steigerte die NOWEDA-Gruppe ihren Umsatz um rund vier Prozent auf nunmehr 7,35 Milliarden Euro. Mit dieser starken Marktposition erzielte die NOWEDA-Gruppe eine Wachstumsrate, die um 1,3 Prozentpunkte über dem Wachstum des deutschen Pharmagroßhandelsmarkts liegt. Die Mitglieder der Essener Genossenschaft, derzeit mehr als 9 300 selbstständige Apothekerinnen und Apotheker, erhalten wie in den Vorjahren eine Bardividende in Höhe von 9,35 Prozent auf die Grundanteile und 11,22 Prozent auf die freiwilligen Anteile. 

NOWEDA behauptet sich am Markt

Die Bilanzsumme der NOWEDA-Gruppe stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 52 Mio. Euro auf 1,419 Mrd. Euro. Die Ursache liegt in der Steigerung des Umlaufvermögens in Höhe von 51,3 Mio. Euro, von denen 9,5 Mio. Euro Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände und 41,8 Mio. Euro höhere Lagerbestände betreffen. Das Anlagevermögen beträgt 214 Mio. Euro und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahresstichtag (215,1 Mio. Euro) leicht verringert. Die getätigten Investitionen in Höhe von 17,3 Millionen Euro erfolgten vorwiegend in den bestehenden NOWEDA-Niederlassungen, um die logistischen Prozesse zu optimieren. Weiterhin wurden Investitionen für die Umsetzung des Fälschungsschutz-Systems securPharm sowie für die Entwicklung der apothekereigenen Arzneimittel-Vorbestellplattform IhreApotheken.de vorgenommen. 
Die Mitgliederzahl der NOWEDA hat sich erneut gesteigert. „Mehr als 400 Apothekerinnen und Apotheker sind der NOWEDA im abgelaufenen Geschäftsjahr beigetreten“, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Kuck. „Auch unter Berücksichtigung der Abgänge hat sich die Gesamtzahl damit auf mehr als 9 300 erhöht.“ Im Jahr 2016 hatte die Generalversammlung eine Satzungsänderung beschlossen, gemäß derer Apotheker, die über einen Zeitraum von zwölf Monaten keinen Umsatz mit der NOWEDA machen, automatisch aus der Genossenschaft ausscheiden. „Diese Regelung hat sich bewährt. Nur diejenigen Mitglieder, die sich für das gemeinsame Unternehmen einsetzen und die Genossenschaft mit ihrer Umsatzvergabe stärken, sollen vom genossenschaftlichen Geschäftsmodell profitieren“, betont Dr. Kuck. 
Satzungsgemäß aus Altersgründen schieden Apothekerin Brigitte Keil (stellvertretende Vorsitzende) und Apotheker Ulrich Pollmann aus dem Aufsichtsrat aus. Aufsichtsrat und Vorstand dankten ihnen für ihre Verdienste. Beiden Mitgliedern wurde die Ehrenmitgliedschaft im Aufsichtsrat der NOWEDA verliehen. Neu im Aufsichtsrat sind Apotheker Dr. Michael Teuber, Leopold-Apotheke, Staßfurt, und Apothekerin Sylke Bergmann, Margareten-Apotheke, Münster. Zu Ersatzmitgliedern des Aufsichtsrats wählte die Generalversammlung Apothekerin Nicole Glowig-Nellesen, Bären-Apotheke, Viersen, und Apothekerin Dr. Ulrike Puhlmann, Apotheke am Alten Markt, Bielefeld. 

Zukunftspakt Apotheke wächst

Im Rahmen der Generalversammlung informierte der Vorstand zudem über die positive Entwicklung des Zukunftspakts Apotheke. Die Gründungsmitglieder NOWEDA und Hubert Burda Media haben die gemeinsam ins Leben gerufene Initiative im April mit dem neuen Apothekenkundenmagazin My Life sowie der apothekereigenen Vorbestellplattform IhreApotheken.de (IA.de) erfolgreich an den Start gebracht. My Life mischt mit einer Auflage von über 2 Mio. Exemplaren den etablierten Markt der Apothekenkundenmagazine auf und informiert neben allgemeinen Gesundheitsthemen auch detailliert über gesundheitspolitische Missstände, die Einfluss auf die Versorgungssicherheit haben. 
IhreApotheken.de – als derzeit einzige marktfähige Lösung für Online-Vorbestellungen in Vor-Ort-Apotheken deutschlandweit – hat sich ebenfalls äußerst positiv entwickelt. Die Online-Vorbestellplattform ermöglicht es Apothekenkunden, das gewünschte Arzneimittel bequem bei einer Vor-Ort-Apotheke vorzubestellen und noch am selben Tag abzuholen oder von einem Boten nach Hause liefern zu lassen.
„Der Zukunftspakt hat vorgelegt. Er bietet ein ganzheitliches Konzept und steht als erstes flächendeckendes Angebot allen Vor-Ort-Apotheken und damit der gesamten Branche offen“, so Dr. Kuck. Das damit verbundene Potenzial nehmen immer mehr Branchenakteure wahr. Neben NOWEDA und Hubert Burda Media zählen mittlerweile auch Apostore, ein Hersteller von Kommissionierautomaten und Anbieter von digitalen Lösungen für Apotheken, NetDoktor.de, das größte deutschsprachige Gesundheitsportal, sowie PHARMA PRIVAT, die Kooperation privater Pharmagroßhandlungen, zu den Mitgliedern. Weiterhin engagieren sich apotheken.de, die Online-Tochter der Mediengruppe Deutscher Apotheker Verlag, und das Apothekensoftwarehaus PHARMATECHNIK als Kooperationspartner. Derzeit nehmen mehr als 7 000 Apotheken teil, weitere 3 000 Apotheken sind über den Kooperationspartner apotheken.de auf die Vorbestellplattform IhreApotheken.de aufgeschaltet. 

Engagement im Sinne der Mitglieder 

Aktuell engagiert sich die NOWEDA darüber hinaus mit einer großen Anzeigenkampagne im Nachrichtenmagazin Focus für die gesicherte Arzneimittelversorgung, indem sie auf Lieferengpässe und das zunehmende Apothekensterben aufmerksam macht. Schon im vergangenen Geschäftsjahr realisierte die Genossenschaft öffentlichkeitswirksame Kampagnen im Sinne ihrer Mitglieder. Bereits Ende Juni 2018 informierte die Kampagne „Alle 38 Stunden“ mit zahlreichen Anzeigen im Focus über die zunehmenden Apothekenschließungen. Seit Februar 2019 verdeutlicht die Website apotheken-sterben.de auf einer animierten Deutschlandkarte die Geschwindigkeit, mit der Apothekenschließungen seit 2016 voranschreiten. Mittlerweile hat sich die Frequenz der Apothekenschließungen von durchschnittlich alle 38 auf alle 31 Stunden erhöht. „Diese Entwicklung stellt mittelfristig eine akute Bedrohung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung dar“, so Dr. Kuck. „Mit unserer vielfältigen Kampagnenarbeit möchten wir dazu beitragen, die öffentliche Wahrnehmung dieses Themas zu verbessern.“