Samstag, 24. November 2018 22:00 Uhr

NOWEDA-Generalversammlung: Stärkung der Apotheken im Fokus

Am 24. November 2018 stellten Vorstand und Aufsichtsrat der NOWEDA Apothekergenossenschaft eG im Rahmen der 80. Generalversammlung in Essen die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres 2017/2018 vor (Stichtag 30. Juni 2018) und zogen eine positive Bilanz. Der Umsatz der NOWEDA-Gruppe steigerte sich um rund 12,4 Prozent auf über 7 Milliarden Euro. Das Wachstum beläuft sich auf 3,8 Prozentpunkte über dem Markt ohne Berücksichtigung der im Dezember 2016 erworbenen Ebert+Jacobi GmbH & Co. KG. Mitglieder der Essener Genossenschaft erhalten auch in diesem Jahr eine Bardividende in Höhe von 9,35 Prozent auf die Grundanteile und 11,22 Prozent auf die freiwilligen Anteile.

Marktposition gefestigt

In Deutschland erreichte die NOWEDA Apothekergenossenschaft einen Marktanteil von über 22 Prozent und hat damit ihre Marktposition in der deutschen Pharmagroßhandelsbranche weiter ausgebaut. Die Bilanzsumme der NOWEDA-Gruppe hat sich um 5,8 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro erhöht. Verantwortlich für diese Entwicklung sind das Wachstum des Anlagevermögens und vor allem die Erhöhung der Vorräte. Die Eigenkapitalquote der NOWEDA-Gruppe liegt bei 32,2 Prozent und ist damit gegenüber dem Geschäftsjahr 2016/2017 um 0,6 Prozentpunkte gestiegen. Die insgesamt positiven Kennzahlen stehen einer erneuten Verringerung des relativen Rohertrags auf 4,91 Prozent (Vorjahr 5,01 Prozent) gegenüber, den NOWEDA auf die unverändert hohe Wettbewerbsintensität im pharmazeutischen Groß-handel und die weiter steigenden Arzneimittelpreise zurückführt.

Die Mitgliederzahl ist trotz der 506 Neuzugänge leicht gesunken auf insgesamt 9 173 Apothekerinnen und Apotheker. Hintergrund dafür ist eine neue Satzungsvorschrift, die besagt, dass eine Mitgliedschaft erlischt, wenn über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten keine Umsätze mit der NOWEDA getätigt werden. Betroffen von der neuen Regelung waren 423 Apothekerinnen und Apotheker. „Wer den Wettbewerb durch seine Umsatzvergabe stark macht, beim eigenen Unternehmen hingegen nicht kauft, aber dennoch von der Dividende profitieren möchte, handelt zu Lasten der anderen Genossenschaftsmitglieder“, betonte Dr. Michael P. Kuck, Vorstandsvorsitzender der NOWEDA, mit Blick auf die in der Generalversammlung 2016 getroffene Entscheidung.

Bevölkerung informieren – Apotheken stärken


Neben der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens thematisierten Vorstand und Aufsichtsrat der NOWEDA die aktuelle Situation der Vor-Ort-Apotheken in Deutschland, die derzeit von einem starken Rückgang der Apothekenzahl geprägt wird. So gab NOWEDA eine repräsentative Umfrage bei der GfK – Gesellschaft für Konsumforschung in Auftrag. Das Ergebnis: Mehr als 90 Prozent der 1 000 befragten Personen war nicht bewusst, dass es bereits heute weniger Apotheken in Deutschland gibt als im Durchschnitt der Europäischen Union und dass sich die Apothekenzahl mittlerweile auf dem tiefsten Stand der vergangenen 30 Jahre befindet. „Die zunehmende Gefährdung der flächendeckenden Versorgung findet praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt“, so Dr. Kuck. Gezielte Kampagnenarbeit, die den Informationsstand der Verbraucher in Bezug auf die Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken verbessern soll, erfährt in der Arbeit der Apothekergenossenschaft immer größere Bedeutung. Aktuell informiert NOWEDA mit der Kampagne „Alle 38 Stunden“ mit ganzseitigen Anzeigen im Nachrichtenmagazin Focus über zunehmende Apothekenschließungen.

Darüber hinaus reagierte NOWEDA auch auf die Diskussion rund um das Apothekenhonorar. Jüngst erschien das von NOWEDA in Auftrag gegebene Gutachten „Honorierungssystem für Apotheken – Anforderungen aus volkswirtschaftlicher, gesundheitsökonomischer und juristischer Perspektive“, erarbeitet von Gesundheitsökonom Prof. Dr. Uwe May, Politikwissenschaftlerin Cosima Bauer und Rechtsanwalt Dr. Uwe Dettling. „Das Gutachten verdeutlicht, dass es zu kurz gedacht ist, die Leistung der Apotheken vor Ort nur aus betriebswirtschaftlicher Perspektive zu beurteilen“, sagte Dr. Kuck und kommentierte damit das vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene und vom branchenfremden Unternehmen 2HM & Associates GmbH ausgearbeitete Honorargutachten aus Dezember 2017. „Apotheken sind keine Kostenverursacher, sondern Leistungsträger unserer Gesundheitsversorgung. Zudem stehen Leben und Gesundheit verfassungs- und europarechtlich unter besonderem Schutz. Eine faire Honorierung muss daher weit mehr berücksichtigen als nur betriebswirtschaftliche Aspekte.“

„Zukunftspakt Apotheke“ mit Hubert Burda Media

Um Apotheken beim digitalen Wandel zu unterstützen und für die Zukunft zu stärken, kooperiert NOWEDA mit Hubert Burda Media. Gemeinsam haben die Unternehmen den „Zukunftspakt Apotheke“ als Antwort auf die zunehmende Marktpräsenz des internationalen Arzneimittelversandhandels entwickelt. An dem Konzept können nicht nur NOWEDA-Mitglieder und Kunden, sondern alle Vor-Ort-Apotheken in Deutschland teilnehmen. Es besteht im Wesentlichen aus drei Bausteinen, die sich gegenseitig ergänzen: Die von NOWEDA entwickelte, apothekeneigene Online-Bestellplattform unter der Domain „IhreApotheken.de“ wird es Patienten und Apothekenkunden ab April 2019 ermöglichen, in einer Vor-Ort-Apotheke ihrer Wahl Arzneimittel und apothekenübliche Waren vorzubestellen. Falls ein Artikel in der gewählten Apotheke nicht sofort verfügbar ist, erfolgt die Belieferung dieser Apotheke durch NOWEDA innerhalb weniger Stunden. Apothekenkunden haben damit über „IhreApotheken.de“, anders als bei Arzneimittelversendern, innerhalb kürzester Zeit Zugriff auf das größtmögliche Sortiment. Hubert Burda Media ist mit dem Kundenmagazin „my life“ für den zweiten Baustein des „Zukunftspakts Apotheke“ verantwortlich. Das Magazin soll Apotheken dabei unterstützen, ein zeitgemäßes, frisches Gesundheitsimage auszustrahlen und neue Kunden für die Apotheken zu erschließen. Zudem trägt das Magazin dazu bei, die Online-Plattform „Ihre Apotheken.de“ bekannt zu machen. Als drittes Element trägt das Online-Gesundheitsportal mylife.de von Hubert Burda Media zu einer vollständigen Vernetzung bei. Das Portal ist bereits jetzt als bekanntes Gesundheitsportal etabliert. Ergänzt werden die drei Säulen um eine innovative App für Apothekenteams. Das Interesse am „Zukunftspakt Apotheke“ ist groß: Seit dem Startschuss auf der Messe expopharm, die vom 10. bis zum 13. Oktober in München stattfand, sind dem Pakt bereits über 3 700 Apotheken beigetreten.

„Alle Aktivitäten von NOWEDA dienen dazu, den Fortbestand der Apotheken vor Ort zu sichern und der Bevölkerung damit einen niedrigschwelligen Zugang zu einer hochwertigen, schnellen und flächendeckenden Arzneimittelversorgung zu ermöglichen, in der persönliche Beratung und Betreuung zentrale Elemente darstellen“, betonte Dr. Kuck.