Donnerstag, 11. Mai 2017 16:00 Uhr

NOWEDA präsentiert erfolgreiches Pilotprojekt mit Vesikur: Lösung für Lieferengpässe

Arzneimittel-Lieferengpässe stellen in Deutschland ein zunehmendes Problem dar: Patienten sind verunsichert, da sie nicht mit dem vom Arzt verschriebenen Produkt versorgt werden. Darüber hinaus erhöht sich der Aufwand bei der Beschaffung knapper Arzneimittel für Apotheken deutlich. Wesentliche Ursache für die Versorgungsengpässe sind die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Aufgrund dieser Sparmaßnahmen sind mittlerweile zahlreiche Arzneimittel in Deutschland deutlich günstiger zu haben als im europäischen Ausland. Da in Europa Warenverkehrsfreiheit herrscht, führt dies zu vermehrten Exporten ins Ausland und in der Folge zu Versorgungsengpässen.

Die apothekereigene NOWEDA beteiligt sich nicht daran, dem deutschen Markt knappe Arzneimittel zum Zwecke eines lukrativen Exports zu entziehen. „Wie schon immer wird es auch in Zukunft keine Exporte knapper Arzneimittel durch die NOWEDA geben“, hatte der der Vorstandsvorsitzende Dr. Michael P. Kuck bereits auf der Generalversammlung am 19. November 2016 in Essen erklärt. Eine entsprechende öffentliche Selbstverpflichtung findet sich auf der Internetseite der NOWEDA.

NOWEDA hat nun im Rahmen eines Pilotprojekts eine Lösung erarbeitet, um die Versorgung der Vor-Ort-Apotheken und deren Patienten sicherzustellen. Im Mittelpunkt des Pilotprojekts steht das urologische Spasmolytikum Vesikur® des Arzneimittelherstellers Astellas Pharma GmbH, das besonders häufig ins Ausland exportiert wird. „Es ist uns wichtig, dass unsere Medikamente in Deutschland bei den Patienten ankommen, die das Arzneimittel dringend benötigen. Wir freuen uns, dass NOWEDA eine Lösung zu einer verbesserten Versorgungssicherheit anbietet“, so Niek Stander, General Manager von Astellas Pharma in Deutschland.

Das erfolgreich gestartete Projekt, an dem in der Pilotphase 340 Kunden der NOWEDA-Niederlassung Essen teilnahmen, ermöglicht es den Mitgliedern und Kunden der Genossenschaft, in dringenden Fällen auf ein gesondertes Depot zuzugreifen. Dabei wird sichergestellt, dass jede Apotheke Ware erhält, wenn diese zur Patientenversorgung erforderlich ist. Die Auslieferung der Ware erfolgt mit der nächstmöglichen Tour in die Apotheke. Abgerechnet wird wie gewohnt über die Monatssammelrechnung.

„Der verstärkte Export bestimmter Arzneimittel ins Ausland ist eine logische ökonomische Konsequenz der politisch gewollten, niedrigen Preise hierzulande“, so Dr. Kuck. „NOWEDA ist jedoch nicht bereit, die Folgen dieser Politik für die Apotheken und ihre Patienten zu akzeptieren. Wir freuen uns, dass wir mit Astellas Pharma einen starken Partner gefunden haben, dem die Sicherstellung einer reibungslosen und unkomplizierten Versorgung ebenso am Herzen liegt.“

Beabsichtigt ist nun ein „Roll-Out“ des Projekts auf ganz Deutschland. Zudem kann die Lösung auf die Zusammenarbeit mit anderen Herstellern übertragen werden. „Es gibt für die Hersteller keinen Grund mehr, Apotheken für den Bezug knapper Arzneimittel auf das kostenträchtige und aufwendige Direktgeschäft zu verweisen.“, betont Dr. Kuck.