Beratung und Diagnostik gehören in die Apotheke – davon ist Laszlo Schlindwein, Inhaber der Leipziger Apotheke in Berlin, überzeugt. Deshalb setzt er auf Beratungstage, persönliche Gesprächsangebote und das neue Versorger Plus-Paket von IhreApotheken.de.
In der Leipziger Apotheke in Berlin Mitte herrscht immer Hochbetrieb. Stammkunden aus der Nachbarschaft kommen mit einem Rezept vorbei oder brauchen dringend etwas gegen Heuschnupfen. Touristen fragen gezielt nach Ibuprofen. Jeder bekommt das benötigte Medikament, doch der Inhaber hat eine andere Vision für seine Apotheke. Er wünscht sie sich als Ort der Prävention und Diagnostik, an der Beratung vergütet wird. Das jetzige System funktioniert jedoch anders. Apotheken finanzieren sich vor allem über das Packungshonorar. Auch deshalb ist die Erhöhung des Honorars für Apotheken ein so wichtiges Thema. „Wir haben ein Kranken- und kein Gesundheitssystem“, sagt Laszlo Schlindwein. „Als Apotheker verdiene ich mein Geld mit Verschreibungen und Medikamenten, nicht aber mit Leistungen und Angeboten, die der Prävention dienen.“ Zwar sollen künftig noch mehr pharmazeutische Dienstleistungen vergütet werden, doch für Schlindwein kann das nur der Anfang sein. „Ich sehe die Apotheke als Gesundheits-Hub und nicht als Abgabestelle von Arzneimitteln.“
Beratungstag zu Vitamin D
Vor drei Jahren übernahm Laszlo Schlindwein die Leipziger Apotheke von seiner Mutter. Zuvor hatte der approbierte Apotheker zunächst beim Robert Koch Institut, dann bei einem Start-up für digitale Gesundheit gearbeitet und schließlich die Ausbildung zum Heilpraktiker absolviert. „Das Thema Prävention hat mich schon immer interessiert, weshalb ich mir vieles angeschaut und mich weitergebildet habe.“ Im Apothekenalltag versucht der Inhaber, so viel wie möglich von seiner Idee der Präventionsapotheke umzusetzen. Ein Beispiel sind die Beratungstage zu Vitamin D. Das Angebot umfasst einen Vitamin-D-Test mit individueller Auswertung und Beratung. Am Premierentag hatte das Team der Leipziger Apotheken 16 Termine und war dementsprechend eingespannt. „Einerseits zeigt es das Interesse, andererseits aber auch, wie groß der Bedarf ist“, so der Apotheker. Denn von den 16 Getesteten hatte lediglich eine Person einen optimalen Wert. In Zukunft sollen weitere thematische Beratungstage folgen, etwa zur Darmgesundheit.
Investition in die Gesundheit
Mit Labordiagnostik möchte der Inhaber künftig noch mehr Kunden erreichen. Im Versorger-Plus-Paket von iA.de sind mehr als 50 Gesundheitschecks enthalten, von Vitamin D über Hormone und Allergien bis hin zum Darmmikrobiom. Die Tests können entweder über die App oder direkt in der Apotheke gebucht bzw. als Home-Sampling bestellt werden. Die Befundbesprechung findet in der Apotheke statt. Für Laszlo Schlindwein ist dies der richtige Weg, um die Diagnostik in die Apotheke zu holen, auch wenn dafür viel Aufklärung und Werbung in eigener Sache nötig sei. „Der typische Apothekenkunde verbindet die Apotheke nicht mit Diagnostik.“
Schon jetzt sind die knapp zweistündigen Beratungs- und Analysegespräche von Laszlo Schlindwein sehr gefragt. Anhand des Blutbildes gibt er Empfehlungen zu Ernährung und Supplementierung. Aus Platzgründen finden diese Beratungen allerdings außerhalb der Apotheke statt. „Es sind Menschen, die bereit sind, in ihre Gesundheit zu investieren“, beschreibt er seine Klienten. Aber auch sie finden den Weg in die Leipziger Apotheke. Dort bietet er Supplements seiner Eigenmarke an. Mit dem Erfolg ist er zufrieden. „Ich stehe als Person dahinter, und das kommt gut an.“
Apotheke als attraktiver Arbeitsplatz
„Mehr Beratung, mehr Diagnostik, mehr Prävention – von einem solchen Apothekenkonzept, das entsprechend honoriert wird, würden nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch die Apotheke als Arbeitsplatz profitieren“, sagt Laszlo Schlindwein. „Die Hälfte meiner Arbeitszeit in der Apotheke besteht aus Bürokratie. Natürlich ist die bloße Abgabe von Medikamenten, selbst mit Nachfragen und Erklärungen, auf Dauer auch für die Mitarbeitenden nicht attraktiv.“
Und er geht noch einen Schritt weiter. Das Pharmaziestudium sollte künftigen Apothekern mehr Möglichkeiten eröffnen. Ein Beispiel hierfür ist die Heilerlaubnis. „Ich würde mir wünschen, dass das Studium in diese Richtung erweitert wird – nicht verpflichtend, sondern als Option.“
