Auch im vergangenen Jahr hat die NOWEDA kräftig in ihre Niederlassungen investiert. Für das vierköpfige Team der Bautechnik bedeutet das: Bauanträge einreichen, Aufträge ausschreiben und nicht zuletzt die Projekte überwachen und abnehmen. Im Interview wirft Bautechnik-Leiter Christian Graf einen Blick zurück und gibt einen Ausblick auf die kommenden Monate.
Die Arbeiten in den Niederlassungen in Langgöns und Frechen sind so gut wie abgeschlossen. Was wurde dort konkret gemacht?
Beide Häuser wurden baulich erweitert und mit neuen Fördertechniken und Automaten ausgestattet. Langgöns verfügt nun über ein erweitertes zweigeschossiges Gebäude mit einer Gesamtfläche von 4.500 Quadratmetern. Dadurch hat sich die Fläche des Wareneingangs verdoppelt und der Kühl- und BTM-Bereich wurde erweitert und modernisiert. Die Niederlassung verfügt nun auch über einen Schnelldreherautomaten. Außerdem wurde hier eine Geothermie-Anlage zur Hallenklimatisierung integriert. In Frechen haben wir eine zusätzliche Halle errichtet, wodurch 1 600 Quadratmeter Lagerfläche gewonnen wurden. Gleichzeitig wurden die bestehenden Hallen umgebaut. Der Wareneingang sowie Kunden- und Lieferantenretoure haben dadurch mehr Platz. Hinzugekommen sind ein zweiter Schnelldreherautomat und ein Knapp-Store.
Wie aufwändig oder schwierig sind solche Erweiterungen?
Das ist unterschiedlich. Häuser, die nach 2005 neu gebaut wurden - dazu gehört Langgöns - sind sogenannte Systembauten. Sie sehen alle gleich aus und wurden so geplant, dass sie bei Bedarf erweitert werden können. Der Grundriss, die Freiflächen und die Technik sind also bereits für Wachstum ausgelegt. Das macht es für die Planung und das konkrete Bauvorhaben einfacher. Aber man muss bedenken, dass die Arbeiten immer im laufenden Betrieb stattfinden. Das stellt die Betriebsleiter und die Beschäftigten vor große Herausforderungen.
Die Entscheidung, eine Niederlassung zu erweitern, trifft der Vorstand Ressort Organisation/Technik/IT/QM. Wie läuft der Prozess im Vorfeld ab?
Zwei Seiten sind hierbei im steten Austausch: zum einen die Betriebsleiter, die ab einer gewissen Auslastung organisatorisch nicht mehr gegensteuern können, und zum anderen die Abteilung Organisation, die stets die Kennwerte der Standorte, wie z. B. deren Zeilenleistung, Durchlaufzeiten, die Volumina im Kühl- und GVA-Bereich etc., im Auge hat. Wenn sich daraus ein konkreter Handlungsbedarf ergibt und ein entsprechendes Marktpotenzial besteht, bildet Herr Paulweber ein interdisziplinäres Team – dazu gehören die Betriebs- und Vertriebsleitung des betroffenen Standorts, die Fachabteilungen des Ressort Organisation (Bautechnik, IT und Organisation) sowie ggf. weitere Betriebsleiter. Dieses Team analysiert Engpässe und entwickelt verschiedene Lösungsvarianten. Für die favorisierte Lösung werden anschließend die Kosten ermittelt. Kommt die anschließende Wirtschaftlichkeitsanalyse zu einem positiven Ergebnis, wird ein Zeitplan entwickelt und das entstandene Lösungskonzept als Beschlussvorlage dem Gesamtvorstand und der Geschäftsleitung zur Genehmigung vorgelegt. Sobald diese vorliegt, startet das Projekt.
Der Baubeginn in Bergkirchen war im Herbst 2025.
Ja, Bergkirchen ist insofern ein besonderes Projekt, weil wir dort im wahrsten Sinne des Wortes viele Baustellen haben. Die Erweiterungen und die Investitionen für dieses Systemhaus haben das bislang höchste Budget einer Hallenerweiterung. Wir bauen hier parallel an mehreren Stellen. Der hintere Bereich wird um eine neue 3 000 Quadratmeter große zweigeschossige Logistikhalle erweitert. Im vorderen Bereich wird ein Gebäude für den BTM-Bereich, Toiletten und eine Umkleide gebaut. Zudem wird der Hof in einer Tiefe von 20 Metern überdacht. Davon profitiert die Expedition. Die Belastungen für den Betrieb sind wirklich enorm, denn wir mussten für die Bauarbeiten die Umfahrten sperren und den Warenausgangshof einschränken. Wir haben übrigens eine Webcam installiert, mit der sich die Bauarbeiten verfolgen lassen.
Wie sieht es mit Automaten aus?
Darum kümmern sich die Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich Organisation. Bergkirchen nimmt hier eine Sonderstellung ein, denn neben einem Schnelldreherautomaten erhält das Haus einen Knapp-Store der nächsten Generation, bei dem Bergkirchen als Pilothaus für die Erstinstallation fungiert.
Wie lange werden die Bauarbeiten noch dauern?
Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten im Juni abgeschlossen sind. Zum Schluss wird der Knapp-Store aufgebaut. Wie wir aus den anderen Häusern wissen, dauert dies einige Zeit. Ab September sollte es in Bergkirchen wieder normal laufen, beziehungsweise sehr viel besser als vor der Erweiterung.
Wurde auch in anderen Niederlassungen investiert?
Wir haben an insgesamt sieben Standorten – Essen, Frechen, Schwerte, Münster, Herford, Taucha und Spangenberg – die Dächer energetisch saniert. Es sind alles ältere Häuser. Im Essener Betrieb stammt das Dach der Halle 1 aus dem Jahr 1967. Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr 26 000 Quadratmeter Dachfläche saniert. Unser Ziel ist es außerdem, alle Dächer mit Photovoltaik-Anlagen auszustatten. Mittlerweile gibt es NOWEDA-weit 20 Anlagen an 17 Standorten. Fünf weitere Anlagen sind geplant oder befinden sich bereits im Aufbau. Wir würde gerne noch viel schneller und vor allem mehr Anlagen zum Laufen bringen, aber wir warten leider oft monatelang auf die Freigabe der Netzbetreiber und Behörden.
Bauen und sanieren ist aber vermutlich nicht alles, was Sie hier in der Abteilung machen?
Wir kümmern uns auch um den Strom- und Gaseinkauf für alle Häuser sowie alle Themen rund um unsere Grundstücke und Immobilien. Zurzeit sind wir noch dabei, ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 einzuführen.
Vielen Dank für das Gespräch.

