Auf der 87. NOWEDA-Generalversammlung in Essen am 22. November präsentierten Aufsichtsrat und Vorstand der deutschlandweit größten Apothekergenossenschaft die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2024/2025. Trotz der weiterhin schwierigen Marktbedingungen für den pharmazeutischen Großhandel zog das Unternehmen eine positive Bilanz. „Das vergangene Geschäftsjahr ist ein Meilenstein unserer Unternehmensgeschichte, denn erstmals hat die NOWEDA die Umsatzgrenze von 10 Mrd. Euro überschritten“, so NOWEDA-Chef Dr. Michael Kuck. Die Erlöse stiegen mit rund 802 Mio. Euro stärker als im Vorjahr und beliefen sich auf insgesamt 10,75 Mrd. Euro.
Bilanz
Der absolute Rohertrag in der NOWEDA-Gruppe erreichte durch eine Steigerung in Höhe von 67 Mio. Euro insgesamt 568 Mio. Euro und fiel damit deutlich höher aus als im Vorjahr. Die Bilanzsumme stieg um 82 Mio. Euro auf 1,77 Mrd. Euro, das Anlagevermögen um 6,1 Mio. Euro auf 232 Mio. Euro. Das Eigenkapital der NOWEDA-Gruppe wuchs im vergangenen Geschäftsjahr um fast 49 Mio. Euro auf 661,7 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 36,2 auf 37,3 Prozent. Weitere Kennzahlen sind im digitalen Geschäftsbericht unter https://geschaeftsbericht.noweda.de/ abrufbar.
Beteiligung am unternehmerischen Erfolg
Die Mitglieder der NOWEDA eG werden in Form einer Dividende in Höhe von rund 24 Mio. Euro am unternehmerischen Erfolg beteiligt. Die Bruttorendite auf das Mitglieder-Kapital beträgt für Mitglieder mit einem Jahresumsatz von mindestens 720.000 Euro pro Apotheke insgesamt 10,5 Prozent für Pflichtanteile (Steigerung um 1,25 Prozentpunkte) und 11,75 Prozent für freiwillige Anteile (Steigerung um 0,75 Prozentpunkte). Dies entspricht einer Bardividende in Höhe von 8,925 Prozent (Pflichtanteile) bzw. 9,9875 Prozent (freiwillige Anteile). Für alle anderen förderfähigen Mitglieder, die die Voraussetzungen erfüllen, beträgt die Bruttorendite 8,1 Prozent für die Pflichtanteile und 9,45 Prozent für die freiwilligen Anteile. Dies entspricht einer Bardividende in Höhe von 6,885 Prozent bzw. 8,0325 Prozent.
Investitionen
Die NOWEDA-Gruppe investierte im Geschäftsjahr 2024/2025 insgesamt 30,5 Mio. Euro. Die Investitionssumme stieg damit erneut um über 3 Mio. Euro an. Zu den größten Projekten zählten die Erweiterung und Modernisierung der Niederlassungen Langgöns und Frechen. Aktuell investiert die NOWEDA umfangreich in die NOWEDA Bergkirchen, die unter anderem eine 3 000 Quadratmeter große Logistikhalle sowie zwei hochmoderne Kommissionierautomaten erhält, um die Leistung des Standorts für die Mitglieder weiter zu optimieren.
Zukunftspakt Apotheke
„Gemeinsam mit unseren Partnern im Zukunftspakt Apotheke, allen voran dem Burda Verlag, haben wir mit IhreApotheken.de eine digitale Infrastruktur geschaffen, die nicht nur ein Maximum an Nutzerfreundlichkeit und Service bietet, sondern die es als einzige Lösung am Markt erlaubt, zusätzlich die eigene, individuelle Apothekenmarke in den Vordergrund zu stellen“, so Dr. Kuck. „Gleichzeitig sind Apotheken auch im deutschlandweiten Angebot der zentralen App und in der Website von IhreApotheken.de vertreten.“
Auch im vergangenen Geschäftsjahr investierte die NOWEDA in IhreApotheken.de und ermöglichte so den weiteren Ausbau von Services: dazu zählen als neue Versorgungsmodule ein Impfmanager, ein Diagnostikmanager sowie Unterstützung bei der Hilfsmittelversorgung. Ein breit aufgestelltes Angebot für Apothekenkunden und Patienten soll die stationäre Apotheke als wichtiges Kernelement der wohnortnahen Gesundheitsversorgung nachhaltig stärken.
Zur Entlastung der Apotheken in dem wichtigen Zukunftsthema der digitalen Dienstleistungen stellt die NOWEDA rund 17 Millionen Euro für ihre Mitglieder und Kunden bereit. NOWEDA übernimmt damit die Card-Link-Gebühren für das erste Halbjahr 2026 sowie die Monatsbasisgebühr für die Teilnahme am Zukunftspakt Apotheke rückwirkend ab dem 01.07.2025 für ein komplettes Jahr. Alternativ zur Erstattung der Monatsbasisgebühr können Apotheken wahlweise auch für ein Jahr kostenlos die neuen Versorgungsmodule einschließlich individueller Marketingleistungen beziehen.
Eigenmarke in Apothekerhand
Im vergangenen Geschäftsjahr entwickelte die NOWEDA ihre auf der Generalversammlung 2024 erstmals vorgestellte Eigenmarken-Beteiligung für Apotheken weiter. Das zu diesem Zweck gegründete Unternehmen 11en-Pharma (sprich: „Elfen-Pharma“) ermöglicht den Mitgliedern der Genossenschaft künftig den Erwerb von Anteilen. „Die NOWEDA stellt Know-how und Eigenmarken zur Verfügung, kümmert sich um die Beschaffung und Belieferung der Apotheken. Und die Apotheken geben die Eigenmarken immer dort ab, wo es pharmazeutisch geboten und sinnvoll ist. Am Ende dieses Weges könnte ein etabliertes Pharmaunternehmen stehen, das für alle Eigentümer erfreuliche Gewinne generiert“, fasst Dr. Kuck zusammen. Ab März 2026 werden NOWEDA-Mitglieder die Möglichkeit haben, sich an der 11en-Pharma zu beteiligen.
Kampagne gegen Apothekensterben
Wie im Vorjahr startete die NOWEDA auch im neuen Geschäftsjahr 2025/2026 eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne für die Vor-Ort-Apotheke. Das diesjährige Motto: „Apotheken stärken. Jetzt.“. Zur Verbreitung der Botschaft veröffentlicht die NOWEDA Anzeigen in reichweitenstarken Medien wie Bunte und Focus, schaltet Spots im politischen Podcast „Table Today“, spielt die Motive auf Social Media und organisierte eine Live-Kampagne mit LED-Truck und XXL-Projektionen im politischen Herzen Berlins. „Auch wenn die aktuelle, enttäuschende Entwicklung in der Frage des Apothekerhonorars einmal mehr gezeigt hat, wie dick die Bretter sind, die in der Politik gebohrt werden müssen, gibt es aus unserer Sicht keine Alternative dazu, dass jeder dort, wo er die Möglichkeit hat, immer wieder eine faire Behandlung der Apotheken einfordert“, so Dr. Kuck.
Wiederwahlen im Aufsichtsrat
Turnusmäßig schieden die Aufsichtsratsmitglieder Apothekerin Sylke Pagelsdorf und Dr. Arnt Heilmann sowie die Ersatzmitglieder des Aufsichtsrats, Nicole Glowig-Nellesen und Dr. Ulrike Puhlmann, aus dem Aufsichtsrat aus und stellten sich zur Wiederwahl, der die Generalversammlung zustimmte.
